Sagenschatz

Das Mätzel

Breitenau

Verbreitet ist in der Gegend von Liebstadt bis zur Landesgrenze der Mätzelglaube· Es zeigt sich nach diesem Aberglauben der Böse in Gestalt eines meist schwarzen Huhns, einer schwarzen Katze, Maus, Schlange oder Krähe und verschafft demjenigen, der ein solches Tier beherbergt und füttert, Reichtum. Noch heute soll es in Liebstadt und den umliegenden Dörfern Häuser geben, in denen das "Mätzel" wohnt. Davon erzählt folgende Geschichte: Einst hatte eine Schneiderin in Liebstadt ein Brautkleid für eine Bauerntochter in Breitenau anzufertigen. Als es fertig war, nahm die Schneiderin ein Wägelchen und lieferte das Kleid ab. Dafür erhielt sie eine Hucke Kuchen, die sie auf ihren Handwagen lud. Als sie aus Breitenau heraus war, setzte sich eine pechschwarze Gake auf den Wagen, um von dem Kuchen zu naschen. Zur Dämmerung hatte die Frau den Lichtenberg erreicht, und noch immer saß die Gake auf dem Wagen· Da wurde die Frau ärgerlich und warf den Kuchen aus dem Wagen· Da war die Gake fort. Als das Brautpaar aber in der Kirche war, hatte man eine schwarze Maus gesehen, wie sie um das Paar herumlief. Der Kuchen sollte auch nicht vom Bäcker stammen.

Quelle: Klengel Sagenbuch des östlichen Erzgebirges


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