Sagenschatz

Die Geisterwiese bei Bärenburg

Waldbärenburg

Im Nordosten der Schellerhauer Ortsflur, zwischen der Staatsstraße, die nach Altenberg führt, und der Roten Weißeritz, liegt auf dem rechten Flußufer die Geisterwiese, gewöhnlich Ranftwiese (Ranft = am Rande gelegen) genannt. Nach Erbauung der Straße war die Wiese wegen der dort spukenden Geister sehr verrufen. (Wir haben hier eine der wenigen heimatlichen Spukerscheinungen vor uns, deren Entstehung restlos aufgeklärt worden ist. Die Zwitterstockgewerkschaft zu Altenberg hatte als Gutsherrschaft zu Bärenburg an der neuen Straße einen Gasthof erbaut und verpachtet. Der sehr geschäftsträchtige Pächter Drechsel suchte Wanderer, die spät abends noch nach Altenberg gehen wollten, dadurch zum Übernachten in seinem Gasthofe zu bewegen, daß er ihnen erzählte, auf der Wiese oberhalb des Gasthofes trieben Geister ihr Unwesen. Wagten trotzdem Furchtlose den nächtlichen Weg nach Altenberg, so wurden sie tatsächlich durch Geister erschreckt, so daß sie eilends umkehrten. In Wirklichkeit waren aber die Geister die beiden Söhne des Wirtes, die sich in Betttücher gehüllt hatten. Dem nächtlichen Spuk wurde dadurch ein schnelles Ende bereitet, daß der Waldwärter Schüttig aus Bärenfels erklärte, daß er bei ihrem nächsten Erscheinen auf die Gespenster scharf schießen werde.)

Quelle: Klengel Sagenbuch des östlichen Erzgebirges


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