Sagenschatz

Die geizige Bäuerin

Křižovatka (Klinghart)

Einmal war Roßmeisl auf der Klingharter Pfarrei. Damals- war Mißwachs auf den Feldern gewesen. Da war in einem nahen Dorfe eine Bäuerin auf ihrem Krautfelde. Nun kamen zwei oder drei Weiber mit Körben und baten diese Bäuerin, sie möge ihnen Dorschen verkaufen, sie hätte für ihre Kinder nichts zu essen. Die Bäuerin gab ihnen zur Antwort: "Jetzt verkaufe ich noch keine, die müssen erst teuerer werden." Die Weiber weinten. Da kam Pater Hahn auf seinem Spaziergang dazu. Er fragte sie, warum sie weinten. Die Weiber erzählten ihm die ganze Sache. "Gebt euer Geld her, geht hinein in das Krautfeld und zieht euch Dorschen aus, aber nicht zu viel," sagte er da zu den Weibern. Und zur Bäuerin sprach er: "Du bleibst einstweilen ruhig stehen." Die Weiber taten, wie ihnenHahn geboten hatte, und die Bäuerin konnte wirklich nicht mehr von der Stelle gehen. Das Schönste dabei soll gewesen sein, als der Pater ihr sagte, da sie ihn vollgeschimpft hatte: "Schweig einmal." Jetzt konnte sie nicht mehr sprechen, und dann soll sie so possierliche Gebärden gemacht haben, bis er wieder sagte: »Na, sprich« Das soll er mehrere Male wiederholt haben. Wie die Weiber fertig waren, gab er der Bäuerin das Geld und ging, von allerlei Schimpfworten begleitet, seines Weges. (Dorschen sind Rüben (N.K.))

Quelle: Endt Sagen und Schwänke aus dem Erzgebirge


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