Sagenschatz

Wesen

Alp

Der Alp ist ein dämonisches Wesen, das schlafende Menschen drückt, sodaß sie keinen Laut von sich geben können. Man nennt dieses Drücken das Alpdrücken. Im östlichen Erzgebirge wird erzählt, manche Menschen gingen "Alpdrücken". Oft wüßten sie es selbst nicht, sie handelten also, wie die Mondsüchtigen, in einem Traumzustande. Man erkenne Alpdrücher daran, daß ihnen die Augenbrauen zusammengewachsen seien, es fehle ihnen also die beim Durchschnittsmenschen vorhandene haarfreie Stelle über der Nase. Sie sollen imstande sein, durch verschlossene Türen zu gehen; der vom Alpdrücken Geplagte hört sie aber kommen. Bald sollen sie durchs Schlüsselloch aus- und eingehen, bald soll man auch die Tür klappen hören. Der Geplagte kann sich von seinem Quälgeiste befreien und gleichzeitig erfahren, wer der Alpdrücker ist, wenn es ihm gelingt, den Alp für den nächsten Tag zu einem Besuch oder zu einer Tasse Kaffee einzuladen. Dies muß aber sehr schnell geschehen, und zwar entweder vor dem Alpdrücken, wenn man das Gespenst kommen hört, oder sofort nachher, ehe es wieder verschwindet. Während des Alpdrückens ist das Sprechen unmöglich. Das  Alpdrücken hört auf, wenn der Gequälte angerufen wird. Wird der Alpdrücker oder Alp eingeladen, so zieht ihn eine unwiderstehliche Gewalt in das Haus des von ihm Gequälten. Dort angekommen, spricht er nicht, sondern setzt sich in die Stube und wartet, bis er angesprochen und das Gespräch auf das Alpdrücken gebracht wird. Er gesteht unter Jammern ein, daß er der Quälgeist sei. Er wird für einen unglücklichen Menschen gehalten, der selbst keine Schuld an seinem nächtlichen Fahrten trägt. Vielfach scheint man bei uns anzunehmen, daß der Alp in Gestalt eines dämonischen oder gespenstischen Tieres erscheine; daraus deutet der nur in unserer Heimat bekannte Ausdruck "Alpschwanz" hin, den man auf einen unausstehlichen Menschen anwendet.

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Aufhocker (auch Hockauf, Geist Mützchen)

Alte Leute im Erzgebirge erzählen, daß sich ihnen früher etwas aufgehockt habe. Sie verspürten auf dein Rücken eine zentner schwere Last, alles Rütteln und Schütteln half nichts, vergeblich mühten sie sich ab und mußten die Bürde weiterschleppen und konnten sich auch durch Rennen nicht von dem Gespenst befreien. Wer aber rechtzeitig einen Kreuzweg erreichte oder den Schlag der Mitternachtstunde vernahm, der war sogleich vom Spuk befreit. War er endlich daheim, verfiel er sicher in eine schwere Krankheit. Wollte er genesen, mußte er während der Krankheit auf alle Fragen stumm bleiben, bis der neunte Tag vorüber war. Dann erst durfte er reden.
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Buschweibel (auch Buschmieke, Holzweibchen)

Nach einem Regen sieht man über bestimmten Waldstellen zuweilen Nebel aussteigen. Man sagt dann, das Buschweibel oder die "Buschmieke" hat eingeheizt, und schließt auf weiteres Regenwetter. Die Buschmieke gilt als Heidekraut verfeuernder böser Walddämon. Man schreckt die Kinder mit ihr und sucht sie vom Betreten, des Waldes, in dem sie sich verlaufen können, abzuhalten. Anderseitg wird die Buschmieke aber wieder als menschenfreundliches Wesen hingestellt; denn an manchen Stellen unserer Heimat bringt nicht der Storch, sondern die Buschmieke die kleinen Kinder.

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Hausotter (auch Otter, Otterkönig)

In unserer Heimat ist die Sage verbreitet, daß in  jedem Hause eine Schlange, die Hausotter, wohne. Sie  wird aber nicht als Dämon, also als böses Wesen,  angesehen, wie sonst die Schlange, sondern als glückbringender Hausgeist. Sie wohnt unter der Türschwelle,  oft auch im Garten in einem der früher bei uns als  Heilpflanze viel angepflanzten Wermutstöcke. Die Hausotter wird als nicht giftig und harmlos geschildert.  Wer sich ihrer besonders annimmt, wird von ihr beschenkt und hat viel Glück im Leben. Das Töten der  Hausotter bringt Unglück für das Haus und· für denjenigen, der sie erschlagen hat. Sie läßt sich selten  sehen; es bedeutet Glück, wenn man sie zu sehen bekommt. Eine in unserer Heimat vielfach verbreitete  Sage, daß sich eine Hausotter einst an ein kleines  Mädchen angefreundet und mit ihm regelmäßig aus  einer Schüssel gegessen hätte, dürfte nicht bodenständig,  sondern durch die Grimm’schen Märchenbücher zu uns  gekommen sein.

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Kobelchen (auch Drache, Matzel, Mätzel)

Vermutlich ein Verwandter vom Mätzel und Drachen. Wurde in Schmiedeberg gesehen, wie es in einen Schornstein flog.
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Mätzel (auch Drache, Matzel)

Verbreitet ist in der Gegend von Liebstadt bis zur Landesgrenze der Mätzelglaube: Es zeigt sich nach diesem Aberglauben der Böse in Gestalt eines meist schwarzen Huhns, einer schwarzen Katze, Maus, Schlange oder Krähe und verschafft demjenigen, der ein solches Tier beherbergt und füttert, Reichtum. Noch heute soll es in Liebstadt und den umliegenden Dörfern Häuser geben, in denen das "Mätzel" wohnt. Vermutlich verwandt mit Kobelchen und Drachen.
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Pumpermännel

Als Kinderschreck habe ich in meiner Kinderzeit in der alten Rauschermühle auch das »Pumpermännel« kennen gelernt. Die gute Großmutter schreckte uns Kinder mit dieser Spukgestalt, die die einer Mühle eigentümlichen Geräusche hervorbrachte, und hielt uns damit aus der Umgebung des Mühlengetriebes und des Aufschlagwassers fern, wo unvorsichtige Kinder leicht zu Schaden kommen konnten. Das "Pumpermännel" sollte angeblich in der "Radstube" hausen.

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Walen (auch Venetianer, Venediger, Erzmännchen, Wale, Wahle, Welscher, Italiener)

auch Venetianer, Venediger, Erzmännchen, Wale, Wahle, Welscher. Mineralien- und Erzsammler aus Italien. Besuchten Bergregionen ab dem 15.Jahrhundert, dabei sollen sie zu großem Reichtum gekommen sein.
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Wela

Böse Zauberin - wurde um Krupka und die Geiersburg gesehen.
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